Der Strand von gestern und heute
Eine alte Postkarte in Schwarz-Weiß aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts trägt dezent die Aufschrift „Cattolica – Strand“ in der rechten unteren Ecke. Ich nehme sie in die Hand, um sie mir genauer anzusehen. Auf den ersten Blick scheint sich nichts verändert zu haben: Man sieht einen vollen, lebendigen Strand, einen kleinen Weg mit hölzernen Umkleidekabinen und im Hintergrund das unverwechselbare Profil von Gabicce Monte.
Und doch erscheint bei genauerem Hinsehen alles anders, als ob dieser festgehaltene Sommermoment die Essenz einer längst vergangenen Epoche in sich trüge. Man erkennt Zelte, und fehlen da nicht vielleicht sogar die Wellenbrecher im Meer? Schaut euch die Kabinen genau an: kein großes Schwimmbecken, keine Kinderspiele, kein Wellnesszentrum mit Whirlpool…

„Das Strandleben damals war einfacher: Sand, Meer, ganz viel Sonne. Die Bademeister lebten am Strand, in der Kabine des Bademeisters: Büro, Küche und Schlafzimmer.“ beschreibt Mirella, Gesellschafterin des Altamarea. Sie hat ihr Leben lang, schon als Kind mit ihren Eltern, am Strand gelebt. „Meine schönste Erinnerung ist es, mit meiner Familie den Sonnenuntergang anzusehen, alle zusammen am Tisch am Strand, während mein Vater auf dem großen Feuer Fisch grillte. Die ausländischen Gäste kamen neugierig näher, angelockt vom herrlichen Duft des Fisches, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ… Ich war überglücklich, weil ich mich so privilegiert fühlte, 24 Stunden am Tag am Strand zu sein. Morgens wachte ich auf und war sofort bereit, mit den Kindern zu spielen, die jedes Jahr wiederkamen, um in Cattolica Urlaub zu machen“, erzählt Mirella, für die das Altamarea „heute ein Teil von mir ist…“
Also ist klar: Es ist keine Zeit, die ich erlebt habe. Ich bin fast 25 Jahre alt, in Nordfrankreich geboren und aufgewachsen. Und doch, jedes Mal, wenn meine Füße den geschichtsträchtigen Sand des Altamarea berühren, kann ich nicht anders, als an all die Menschen zu denken, die vor mir hier gelacht, sich gesonnt, entspannt und die schönsten Sommer ihres Lebens erlebt haben. Es ist zutiefst bewegend zu wissen, dass ein Ort die Spuren des Glücks derer bewahrt, die ihn einst belebten.

Heute hat sich der Strand verändert, aber sein Herz schlägt noch. Die Farben sind lebendiger, die Anlagen moderner, die Dienstleistungen vielfältiger. Und doch hat das Altamarea seine doppelte Seele bewahrt. Einerseits der Respekt vor der Tradition: die einladende Atmosphäre, „Freundlichkeit und Herzlichkeit: unsere Ursprünge und die Besonderheiten des Badebetriebs in der Romagna nicht vergessen“, sagt Mirella, aufmerksamer Service, gepflegter Strand. Andererseits ein Blick in die Zukunft mit modernen Angeboten und Aktivitäten für jeden Geschmack. „Das Strandleben ist auch heute noch wunderbar und anziehend, aber die Gäste sind anspruchsvoller – Sonne und Meer allein reichen der Jugend nicht mehr“, stellt sie fest.
Heute mehr denn je ist das Altamarea jener besondere Ort, an dem sich Erinnerung und Gegenwart verweben, wo jeder Sommer ein Rückzugsort der Leichtigkeit ist und jeder Sonnenuntergang die Zeit stillstehen lässt. Und man muss das Vergangene nicht erlebt haben, um seine Schönheit zu spüren.
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