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Ein angehaltener Moment

Ein angehaltener Moment

„Heute gibt es nicht viel zu tun, was?“ ruft ein älterer Herr spöttisch einem Rettungsschwimmer zu, der auf einem Stuhl sitzt und auf ein ruhiger denn je daliegendes Meer blickt. Der Rettungsschwimmer lacht zurück und tauscht ein paar Worte über das Wetter. Der alte Mann, gestützt auf seinen Stock, setzt seinen Spaziergang am Ufer fort und geht dann mit entschlossenem Schritt ins Wasser, keineswegs abgeschreckt von der Wassertemperatur. Er ist an diesem grauen, wolkenverhangenen Nachmittag im Mai der Einzige, der sich in die Fluten wagt. Abgesehen von einem anderen Unerschrockenen im Neoprenanzug, der gerade seine Windsurf-Session beendet hat. Nur ein paar Bojen treiben im Wasser. Diese Woche war grau, regnerisch und windig, und doch hat der Zauber des Altamarea gewirkt.

Einige Liegen stehen bereit, manche wenige Glückliche machen es sich darauf bequem, Spaziergänger, die sich für ein paar Minuten oder Stunden eine kleine Auszeit gönnen, sobald sich ein Sonnenstrahl zeigt. Das leuchtende Blau des Stoffes der Liegen und Sonnenschirme im Altamarea erinnert mich an den strahlend blauen Himmel, der uns im Sommer erwartet, und an das wunderschöne, warme Meer, das einen förmlich dazu einlädt, sich mit Leib und Seele hineinzuwerfen. Heute aber sind sie geschlossen, die Sonne bricht nur zögerlich durch die schweren, fast bedrohlichen Wolken über unseren Köpfen. Einige Paare oder Einzelpersonen wagen sich dennoch zu einem Spaziergang mitten am Nachmittag. Sie gönnen sich einen wohlverdienten Kaffee an der Bar.

Im Altamarea ist es ruhig. An der orangefarbenen Rezeption planen Mirella und Daniela, besprechen jedes kleine Detail, damit alles perfekt ist. Weiter hinten sind Marta, Diego, Manuela, Michele, Mirco… alle beschäftigt. Ihre Werkzeuge durchbrechen die drückende Stille des Strandes, sie sind der Beweis für ihr tägliches Engagement und ihre harte Arbeit. Hier gibt es immer etwas zu tun!

Man spürt die Erwartung, ja sogar eine gewisse Ungeduld. Wenn ich tief einatme, meine ich schon jetzt den Duft von Sonnencreme, frischem Obst und schmelzendem Eis in der Sonne wahrzunehmen. Wenn ich meinen Kopfhörer abnehme, höre ich die Animateure des Altamarea, wie sie Groß und Klein zu mitreißender Musik tanzen lassen. Ich höre sogar ein paar Hunde, die ihren Besitzern begeistert und dankbar für den besonderen VIP-Empfang dieses Jahr freudig entgegenspringen. Ich höre das Platschen in das große Schwimmbecken und die Seufzer der Entspannung aus dem Whirlpool und dem Wellnessbereich.

Was ich höre, ist die Freude, die vom Altamarea ausgeht. Sie kommt, sehr bald.

Im Moment warten wir noch. Geduldig. In einer Welt, in der alles viel zu schnell geht, tut es gut zu warten. Diese Ruhe vor dem Sommersturm zu genießen. Und zu beobachten, wie jeder Winkel des Altamarea sich vorbereitet, um seine lang ersehnten Urlaubsgäste willkommen zu heißen.

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