Stolz darauf, Romagnolen zu sein
Es liegt heute ein besonderer Duft über dem Platz der Altamarea. Ein Duft, der nach Zuhause riecht, nach frischen Tomaten, Olivenöl und Tradition. Annalisa, auf den sozialen Netzwerken bekannt als „Tu Chef“, kommt mit den Armen voller frischer Produkte an, um zwei Cooking Labs zu leiten. Zwei Workshops für Kinder und Erwachsene im gleichen Geist: gemeinsam machen, die Hände schmutzig machen und das Territorium vom Teller aus erzählen. Mit geschickten Händen und lächelnder Stimme erklärt Annalisa, die aus Imola stammt: „Ich versuche immer, die Leidenschaft für die Küche mit den Produkten meiner Region zu verbinden, sei es die Mortadella, der Squacquerone oder die selbstgemachte Pasta, die Passatelli, die Strozzapreti oder auch die Garganelli, die genau aus Imola stammen!“

„Ich bin jemand, der die Hände in den Teig steckt, und ich möchte, dass auch die anderen die Hände in den Teig stecken“, sagt Annalisa. Und so beginnt der Workshop: Die Kinder fangen damit an, einen Tarallo zu zerdrücken, geben ihn auf den Boden einer Schüssel, fügen dann Gemüse hinzu, einen Löffel Squacquerone, streichen Pesto auf ein Stück Pizza, legen ein Stückchen Mozzarella und ein Kirschtömätchen darauf. Die Plastikbestecke bewegen sich flink, die Kinder sind aufgeregt und einige können der Versuchung nicht widerstehen, in einen guten frischen Mozzarella zu beißen. Am Ende teilen sie sogar ihre kulinarische Kreation mit den Eltern.
„Ich habe zu Hause kochen gesehen und das hat mich begeistert, erzählt die Köchin, deshalb fange ich immer beim hausgemachten Essen an.“ Jetzt sind die Erwachsenen an der Reihe, den Strozzapreti die richtige Form zu geben, einer frischen Pasta, die typisch für die Romagna ist, schlicht und ursprünglich. Während die aufmerksamen Schüler Wasser, Mehl, einen Löffel Olivenöl, Salz und Pfeffer vermengen, erzählt Annalisa von Traditionen, von Großmutters Rezepten, von den Geheimnissen derer, die „nach Augenmaß“ kochen und vor allem von der Geschichte der berühmten Strozzapreti und ihres Namens… Manche kennen diese Pasta bereits, das sieht man an ihren geübten Bewegungen, wenn es darum geht, den Teig zu rollen, andere sind, sagen wir mal, etwas kreativer!

Es wird dann über Erinnerung gesprochen, darüber, wie man früher mit wenig, aber mit Sorgfalt gekocht hat. Annalisa erzählt von den Produkten der Region, von der Bedeutung der Saisonalität, von der Schönheit der kleinen lokalen Erzeuger. In der Altamarea kocht man bei diesem Cooking Lab nicht nur um zu essen, man kocht auch um zusammen zu sein, um zu lernen, um sich als Teil seines Territoriums zu fühlen oder es neu zu entdecken. Ein Teller Strozzapreti, von Kindern und Erwachsenen von Hand gefertigt, schmeckt besser, wenn er so entsteht: mit Einfachheit, mit Sorgfalt, mit dem Wunsch, etwas weiterzugeben. Denn jedes Gericht erzählt eine schöne Geschichte, die eines Territoriums, einer Familie, einer Tradition.
Natürlich brechen alle mit ihren frischen Strozzapreti in der Hand auf, bereit, sie am Abend zu genießen. Und so endet der Workshop, aber eines bleibt: der Geschmack. Der echte, den man nicht vergisst, der Geschmack der Romagna, mit den Händen gekocht.

No Comments